Dr. Karl Renner Publizistik-Preis

Preisverleihung an Ö1-Chef Alfred Treiber

Ö1-Chef Alfred Treiber bekommt heuer den Dr.-Karl Renner-Publizistikpreis:
Verleihung des Preises durch LH Gabi Burgstaller (rechts) und
ÖJC-Präsident Fred Turnheim (links). Foto : Mag. Michael M.Vogl

Der langjährige Kultur- und Programmchef des ORF-Radiosenders Ö1, Alfred Treiber (60), hat am 18. November 2004 in der Salzburger Residenz den Dr.-Karl-Renner-Publizistikpreis des Österreichischen Journalisten Clubs (ÖJC) erhalten. Der mit 7.000 Euro dotierte Preis ist die höchste Auszeichnung im österreichischen Journalismus und wird alle zwei Jahre vergeben. Treiber hat bereits mehrere Auszeichnungen bekommen: Premio UNDA Sevilla 1971; Dr.-Karl-Renner-Förderungspreis für Publizistik 1976; Prix Italia 1978 und das Goldene Mikrophon 1982. An der Feierstunde nahmen neben der Salzburger Landeshauotfrau Mag. Gabi Burgstaller auch der frühere ORF-Generalintendant Gerd Bacher, der frühere Kaufmännische Direktor des ORF Peter Radl, Salzburgs Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler, ORF-Informationsdirektor Gerhard Draxler, Hörfunkdirektor Kurt Rammerstorfer, der Salzburger ORF-Landesdirektor Hubert Nowak, Vertreter des Diplomatischen Corps und viele ÖJC-Mitglieder teil.

Der Präsident des Österreichischen Journalisten Clubs, Fred Turnheim, zitierte in seiner Laudatio aus der Begründung der Jury: "Für die Jury ist Prof. Alfred Treiber ein hervorragender Journalist, der sich durch Eigenständigkeit, Unabhängigkeit und Kritikfähigkeit auszeichnet. Der überragende Erfolg von Ö1 als Kultursender beweist die Wichtigkeit eines öffentlich rechtlichen Mediums. Dieser einzigartige Erfolg von Ö1 hat auch dem ORF international ein hohes Ansehen in der Radio- und Medienwelt gebracht." Ö1 habe sich unter der Leitung Treibers zu einem Kultursender entwickelt, "der so ziemlich einzigartig in der Radiolandschaft der Welt dasteht. Die Reichweiten von Ö1 haben sich in zehn Jahren fast verdoppelt", so Turnheim.

Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller betonte, dass zwar wegen der Sparnotwendigkeiten die Rahmenbedingungen für die Medien ungünstiger würden, Österreich könne aber "auf eines seiner Qualitätsmedien, eines der erfolgreichsten europäischen Kulturradios, nämlich Ö1 stolz sein". Mit dieser Auszeichnung werde nicht nur der Mensch, der Journalist und Medienmacher geehrt, sondern auch sein Umfeld mit Ö1 als Institution. Die Öffentlichkeit verdanke dem Wirken Treibers eine Identität stiftende Wirkung, "indem eine nationale Rundfunkinstitution wie kaum ein anderes Medium Antwort auf die Frage gibt, was Österreich ist, nämlich ein Zuhause und ein Land mit Kultur, die uns prägt", so Burgstaller.

"Mich freut es unbändig, dass der Grund für diesen Renner-Preis die Qualität von Ö1 ist. Denn sie ist ein Produkt von Teamarbeit. Und ein Produkt von Leuten, die sich auch als Team verstehen", betonte Treiber in seiner Dankesrede. Er äußerte dann den Wunsch, "dass weder ich noch Ö1 - hier und andernorts - einen nützlichen Idioten abgeben", dass man Ö1 hoch leben lasse, um für andere Teile des ORF mit besserem Gewissen ein baldiges Begräbnis zu fordern. "Da gibt es Leute, die über die schreckliche Kommerzialisierung der ORF-Radios Krokodilstränen des kulturellen Untergangs weinen, um aus leicht durchschaubaren Interessen selbst jene Futilitäten zu produzieren, die sie beklagen."

Treiber wurde am 16. Mai 1944 in Wien geboren. Er studierte an der Universität Wien Germanistik, Philosophie, Geschichte, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft. Seit 1966 ist er beim ORF. 1972 bis 1974 unterbrach er sein ORF-Engagement und wurde Programmberater bei Radio Afghanistan und baute dort im Rahmen eines UNESCO-Projektes den Schulfunk auf. 1976 gründete er im ORF-Radio die Feature-Redaktion. Seit 1995 ist er Kultur- und Programmchef von Ö1. 1999 wurde ihm für die Verdienste für Ö1 der Berufstitel "Professor" verliehen.

Die Laudatio von ÖJC-Präsident Fred Turnheim finden Sie hier.