Prof. Claus Gatterer-Preis 2006

Kämpferische Rede von Kurier-Redakteurin Gabi Zornig:

Journalisten sollen kämpfen gegen Vorurteile, Hasstiraden und falsche Codes


ÖJC-Präsident Fred TURNHEIM, Kultur-Landesrätin Sabina KASSLATTER-MUR,
Gatterer-Preisträgerin 2006 Gabi ZORNIG (Kurier), Ehrende Anerkennung für
Dr. Thomas HANIFLE (freier Journalist), Bürgermeister Fritz EGARTER,
ÖJC-Vizepräsidentin Brigitta KIRCH (v.l.n.r.)

Sexten/Südtirol: Bei der heurigen Verleihung des "Prof. Claus Gatterer - Preises" am 28. Juni 2006 in Sexten in Südtirol, sprachen sich sowohl die Preisträger Gabi Zornig und Thomas Hanifle, die Südtiroler Kulturlandesrätin Sabina Kasslatter-Mur wie auch der Präsident des Österreichischen Journalisten Clubs, Fred Turnheim, für einen verantwortungsvollen Journalismus und gegen nivellierende Tendenzen in der Gesellschaft aus.

Der mit 5.000 Euro dotierte Preis ging heuer an die Kurierjournalistin Gabi Zornig. Sie bekam den Preis für ihre "hervorragende und engagierte Sozialberichterstattung" im Kurier, so Juryvorsitzender Fred Turnheim in der Begründung. In ihrer sehr kämpferischen Dankesrede sprach sich Zornig gegen falsche Codes, Verallgemeinerungen im Journalismus, Vorurteilen in der Gesellschaft und Hasstiraden à la FPÖ-Chef Strache aus.

Gabi Zornig (39) ist seit elf Jahren Journalistin. Sie studierte Lehramt und Dolmetsch, arbeitet bei Wirtschaftblatt, Standard und jetzt im Kurier. Zornig "hat sich keinen bequemen Weg im Journalismus gesucht - sondern einen Weg mit vielen Fragen und dem Ziel Verständnis bei den Lesern zu erreichen", so Juryvorsitzender Turnheim in der Begründung. Die Laudatio können Sie hier nachlesen.

Die Ehrende Anerkennung geht heuer an Thomas Hanifle. Er hat die erste umfassende Biografie über Claus Gatterer, seit seinem Tode am 28. Juni 1984 geschrieben. Hanifle wurde 1976 in Meran/Südtirol geboren, studierte Publizistik und Kommunikationswissenschaften in Wien. Derzeit lebt er als freier Journalist in Südtirol und beschäftigt sich intensiv mit dem Nachlass von Claus Gatterer. So hat er, in dem noch nicht vollständig aufgearbeiteten Nachlass, unbekannte Fragmente eines zweiten Teiles des Gatterer-Romans "Schöne Welt, böse Leut" gefunden und diese wissenschaftlich ausgewertet. "Der ÖJC unterstützt die wissenschaftliche Arbeit von Hanifle", sagte ÖJC-Präsident Fred Turnheim zu. Die Südtiroler Landesrätin Sabina Kasslatter-Mur, betonte in Vertretung von Landeshauptmann Luis Durnwalder, "den unverzichtbaren Beitrag der Medien zu Weiterentwicklung des Gemeinwesens."

Eine ganz besondere Ehrung wurde im Rahmen des Festaktes der Schwester von Claus Gatterer und dem Alt-Bürgermeister von Sexten, Willi Rainer, überreicht. Aus den Händen von ÖJC-Präsident Fred Turnheim und ÖJC-Vizepräsidentin Brigitta Berndlbauer - Kirch bekamen beide die höchste Auszeichnung des ÖJC, die "ÖJC-Statuette" überreicht. Damit will der ÖJC sich für die jahrzehntelange Unterstützung beim "Prof. Claus Gatterer Preis" bedanken.

Der "Prof. Claus Gatterer Preis" wird jährlich vom Österreichischen Journalisten Club abwechselnd in Österreich und Südtirol am Todestag von Claus Gatterer vergeben. Gatterer starb am 28. Juni 1984 in Wien. Die höchste Auszeichnung für sozial engagierten Journalismus ist mit 5.000 Euro dotiert. Finanziert wird der Preis vom Land Südtirol, den Mitgliedsfirmen des Dr. Karl Renner Publizistikpreises und dem ÖJC.

Text: Fred Turnheim, Fotos: Norbert Welzl