Das ÖJC-Mitglied Hermine Haslinger lud zu einer Fotoausstellung in einem
historischen Gemäuer ein.
Der
Titel der Ausstellung ist insofern passend, da der 1898/99 auf der Kuppe
des Wienerbergs errichtete 67m hohe Favoritner Wasserturm als
Ausstellungsort tatsächlich bis zu seiner Stillegung Mitte der 50er
Jahre mit ‚Leben im Fluss‘ erfüllt war. Erst 1988 bis 1990 wurde er
saniert und steht seitdem in der jetzigen Form zur Verfügung.
Die entlang der inneren Wendeltreppe ausgestellten Bilder wurden alle im
Laufe ihrer Fotokarriere aufgenommen und zeigen einerseits das Leben mit
dem Wasser als auch konträr dazu die harte Berufswelt. Kameramänner mit
Schutzhelmen auf Baustellen als auch eine kamerabedienende Frau im
OP-Anzug in einem Operationssaal bei Dreharbeiten eines chirurgischen
Eingriffs unter sterilsten Bedingungen für drehendes Team und Gerät.
Letztere Bilder zeigen sich erst, nachdem man schon mühsam einige
Höhenmeter auf der Innenwendeltreppe erklommen hat.
Im
Mittelteil des Turms befindet sich die Sonderausstellung ‚Venus 2009
live‘. Frauen, welche zwar nicht dem modischen Idealbild eines ‚dürren‘
Models entsprechen, haben sich ähnlich dem Originalkunstwerk ‚Venus von
Willendorf‘ bei künstlerisch gestalteten Licht in einem Studio derart
fotografieren lassen, dass man zwar nicht das Gesicht, jedoch die
Rundungen sehr wohl erkennen kann.
Die
Krönung war im Anschluss die Besichtigung des Oberteils des Wasserturms
und den darin befindlichen Kessel. Um die hoch gelegenen Gebiete des 10.
und 12. Bezirks mit Trinkwasser zu versorgen, musste dieser Turm als
Drucksteigerungsanlage gebaut werden. Ab 1910 übernahm jedoch die II.
Wiener Hochquellenwasserleitung einen Großteil dieser Aufgabe und der
Turm war nur mehr fallweise in Betrieb bis er Ende der 50er gänzlich
trockengelegt wurde.
Der
Kessel konnte 1.000 Kubikmeter Wasser speichern, welches mit
dampfbetriebenen Pumpen hochgepumpt wurde und ruht auf einem 25m hohen
Mauerzylinder.
Von der Laterne am Dach bietet sich ein atemberaubender Blick über ganz
Wien.
Text+Foto: Norbert Welzl

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