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Besuch im Katastrophenhilfezentrum des Roten Kreuzes

In Wien-Inzersdorf steht das Katastrophenhilfezentrum des Österreichischen Roten Kreuzes mit Einsatzzentrale, Lager für Katastrophenhilfe, Bildungszentrum, der Einkauf und Service GmbH, einer interne Beschaffungsorganisation und den Bereichen der Blutspendezentrale.

ÖJC Mitglied Gerald Czech, beim Roten Kreuz für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig, ermöglichte diese Exkursion für die ÖJC-Mitglieder. Gesprächspartner war  Mag. Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant. Er zeigte die Einsatzzentrale und das Katastrophenhilfelager.

Um in Krisen- und Katastrophenfällen rasch und effizient Hilfeleistungen koordinieren zu können entstand eine Einsatzzentrale, welche anhand eines standardisierten Führungssystems und dem militärischen Vorbild einer strukturierten Stabsarbeit betrieben wird. Neben mehreren Flachbildschirmen in der Einsatzzentrale, die eine Beobachtung der Medien und anderer Informationen ermöglicht, wurden modernste technologische Kommunikationsmittel wie eine redundante VoIP-Anlage aber auch eine eigene lokale Mobilfunkzelle errichtet, welche über ein hauseigenes Notstromaggregat versorgt werden können.

In Betrieb genommen wird die Einsatzzentrale immer dann, wenn sehr große und komplexe Katastrophenereignisse zu bewältigen sind wie etwa Hochwasserereignisse, die mehr als ein Bundesland umfassen oder große internationale Katastrophenereignisse, wie z.B. die Tsunami Katastrophe in Südostasien. Das Personal wird von Angestellten aus den Stammdienststellen gestellt, welche sich freiwillig zum Dienst gemeldet haben. Für die Euro08 war das Bundeskommando auch im Einsatz, um die bundesweite Sanitäts- und Betreuungslage zu führen und die Rotkreuz-Kommanden in den Host-Cities zu unterstützen.

Das Logistikzentrum des Österreichischen Roten Kreuzes lagert nicht nur zentral den alltäglichen Bedarf der eigenen, in der Zahl über 1000 Dienststellen im Bundesgebiet sondern auch das Material für den Katastropheneinsatz. Diese sind neben medizinischen Produkten wie Medikamente und Verbandsmaterial auch Infrastrukturmaterialien wie Notstromaggregate, Zelte, Decken, IKT-Geräte, Schutzbekleidung, Trinkwasseraufbereitungsanlagen, Großzelte, Notbetten, Feldküchen und vieles mehr.

Auch wird für das Bundesministerium für Inneres Katastrophenmaterial wie wasserfeste Stromverkabelungsinfastruktur, Scheinwerfereinrichtungen für die lokale Ausleuchtung von Notsammelplätzen, Heizkanonen, Notschlafzelte gelagert.

Die logistische Zu- und Ablieferung erfolgt sowohl über einer LKW-Laderampe, die die gleichzeitige Be- und Entladung mehrerer Lastwagen ermöglicht, als auch über einen Bahnanschluss, was die Durchführung komplexer humanitärer Hilfsaktionen im In- und auch im Ausland deutlich erleichtert. Der internationale Flughafen Wien-Schwechat kann in 30 Minuten erreicht werden.

Das Österreichische Rote Kreuz stützt sich auf engagierte, fachlich qualifizierte, freiwillige (mehr als 48.700) und hauptberufliche (rund 5.200) Mitarbeiter und Zivildiener (rund 3.600), die sich mit den Grundsätzen des Roten Kreuzes identifizieren (Zahlen aus 2008).

Text und Fotos: Ing. Norbert Welzl